Informationen für Schutzsuchende

Registrierung und Sozialleistungen

Vier Schritte sind notwendig:

  1. Wer privat untergebracht ist, wendet sich an das Amt für Migration im Ankunftszentrum, Bargkoppelweg 66a, 22145 Hamburg: https://www.hamburg.de/faq-fuer-fluechtlinge/.
  2. Buchen Sie hier online einen Termin.
    Jede Person, die registriert werden soll, benötigt einen eigenen Termin. Drucken und füllen Sie für jede Person diesen Anmeldebogen aus. Das Amt für Migration ist täglich von 8.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, auch am Wochenende. Dort erhalten die Geflüchteten eine Fiktionsbescheinigung.
  3. Nach Ihrer Registrierung können Ihre Gäste einen Antrag auf Sozialleistungen stellen. Die Bearbeitung der Anträge erfolgt für alle Geflüchteten in der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung (Ankunftszentrum) in Rahlstedt. Buchen Sie hier online einen Termin.
    In diesem Fall genügt ein Termin pro Familie. Die Bearbeitung der Anträge erfolgt in der ZEA 2 (Achtung: die Adresse weicht von der ZEA 1 ab, wo die Registrierung der Geflüchteten stattfindet, die eine städtische Unterbringung benötigen.) Die Adresse ist Bargkoppelstieg 10–14, 22145 Hamburg, die ZEA 2 ist Montag bis Freitag von 8.00 bis 15.00 Uhr geöffnet.
    Im Anschluss müssen sich Ihre Gäste an die Zahlstelle des für Ihren Bezirk zuständigen Bezirksamts wenden. Dabei sollten sie das Dokument mitnehmen, das sie bei der ZEA erhalten haben (die Leistungsbewilligung) sowie Ihre Registrierung. Nach der Erstbewilligung der Leistung und für die laufende Fallbetreuung ist das Grundsicherungsamt zuständig, das sich nach Ihrer Adresse richtet.
  4. für Ihren Bezirk zuständigen Bezirksamts wenden. Dabei sollten sie das Dokument mitnehmen, das sie bei der ZEA erhalten haben (die Leistungsbewilligung) sowie Ihre Registrierung. Nach der Erstbewilligung der Leistung und für die laufende Fallbetreuung ist das Grundsicherungsamt zuständig, das sich nach Ihrer Adresse richtet.

Asylantrag?

Die aus der Ukraine geflüchteten Menschen können einen Aufenthaltstitel in Deutschland beantragen, ohne ein Asylverfahren durchlaufen zu müssen. Der Rat der Europäischen Union hat zum ersten Mal die sogenannte Massenzustromrichtlinie RL 2001/55 EG angewendet und am 3.3.2022 den dafür notwendigen Beschluss gefasst. § 24 Aufenthaltsgesetz regelt diesen Aufenthaltstitel in Deutschland. Die Aufenthaltsdauer beträgt dann zunächst ein Jahr und kann zweimal um jeweils sechs Monate und durch einen EU-Ratsbeschluss noch einmal um ein weiteres Jahr verlängert werden, sodass der Aufenthalt maximal drei Jahre umfassen kann. Daher sollten die Geflüchteten keinen Asylantrag stellen.

Die Ministerpräsident:innen haben am Anfang April entschieden, dass ab dem 1.6. 2022 Ukrainer:innen anerkannten Asylberwerber:innen gleichgestellt werden sollen. Näheres finden Sie hier.

HVV

Bis Ende August gilt das 9 €-Ticket für alle

Krankenkasse/Gesundheitsvorsorge

Wenn ein Aufenthaltsantrag gestellt ist, haben die Schutzsuchenden auch Anspruch auf eine Gesundheitsvorsorge.

Achtung: Alle Schul- und Kita Kinder müssen in Deutschland gegen Masern geimpft werden. Kinderärzte können aber unkompliziert den Status prüfen und einen Nachweis schnell ausstellen, falls das Dokument nicht vorliegt. (Impfausweise werden in der Ukraine nur elektronisch gespeichert, es gibt wohl keine Papierausweise.)

Hilfreiche Links siehe unten (in der Tabelle).

Kontoeröffnung

Für den Bezug von Leistungen ist ein Bankkonto notwendig. Die Geflüchteten können bei allen Banken ein Konto eröffnen. Als Beispiel hier ein besonderes, auf die Zielgruppe zugeschnittenes Angebot der HASPA:

Die HASPA hat in den sieben Filialen besondere Vorkehrungen getroffen (interne Schulungen, Dokumente vorbereitet), um sich auf Kunden aus der Ukraine einzustellen – gerade wenn sie ggfs. nur eingeschränkt über Dokumente und solche in ukrainischer/russischer Sprache verfügen. Benötigt wird „die Registrierung der Hansestadt Hamburg oder einer anderen deutschen Kommune als Ankunftsnachweis oder ein anderer Aufenthalts- oder Duldungstitel“ (und damit nicht zwingend eine Meldebescheinigung.) Das Konto für das erste halbe Jahr gebührenfrei.

Wichtig: Der Andrang ist derzeit hoch ggf. kann es zu Wartezeiten und Verzögerungen kommen! Die Filialen sollen nur nach vorher erfolgter Terminvereinbarung besucht werden!

Kontakte der Filialen: https://www.haspa.de/content/dam/myif/haspa/work/dokumente/pdf/haspa/privatkunden/UKR-PDF-Flyer.pdf?n=true

Finanzielle Starthilfe

Sollten Ihre Gäste vor der Registrierung/dem Antrag auf Sozialleistungen völlig mittellos sein, gibt es Unterstützungsmöglichkeiten. Wir verfügen über einen Spendentopf, aus dem wir Ihren Gästen ein Taschengeld zur Verfügung stellen können. Bitte melden Sie sich unter wohnpatenschaften@buergerstiftung-hamburg.de.

Die gemeinnützige Wellcome GgmbH unterstützt Familien mit Kindern mit Einkaufsgutscheinen für Lebensmittel (div. Discounter) Drogeriemärkte und Kinderkleidung. Die Höhe des Betrags richtet sich nach Anzahl und Alter der Kinder bzw. bei Lebensmittel nach Personen im Haushalt und orientiert sich an den Ausgaben für einen Monat. Bitte wenden Sie sich nicht direkt an wellcome, sondern melden Sie den Bedarf bei uns an. Wir haben mit wellcome verabredet, dass Gastgeber:innen, die über das BHFI vermittelt wurden, dann sehr zügig mit Einkaufsgutscheinen ausgestattet werden.

Sprache lernen

Das Erlernen der deutschen Sprache ist für das Ankommen besonders wichtig. Dabei empfiehlt es sich immer, zuerst einen Sprachkurs zu machen und dann erst eine Arbeit aufzunehmen. Schutzsuchende müssen so zwar ein halbes Jahr investieren, haben aber Zeit zum Ankommen und Zeit, sich gesundheitlich und psychisch zu stabilisieren.

Das Goethe Institut bietet (nahezu) kostenlose Deutschkurse für Ukrainer:innen an. Die Kurse richten sich an Erwachsene, Kinder und Jugendliche, finden online statt und kosten 25 Cent. Alle Infos finden Sie hier. Bei Sprachenlernen24 oder Jicki gibt es komplett kostenlose Kurse, zusätzlich können kostenlose Ebooks zum Deutschlernen helfen.

Bei der Verständigung helfen frei downloadbare Bilderwörterbücher  des Circon Verlages auf Ukrainisch, Deutsch und Englisch.

Übersetzungs-App und Sprachführer

Der Reise Know-How Verlag bietet seinen Kauderwelsch Sprachführer Ukrainisch für Helfer:innen und Schutzsuchende als E-Book für einen symbolischen Betrag von einem Cent an. Bestellen kann man das Buch über die Website des Verlags.

Auf der Website der Deutschen Bahn kann man sich die „Sprechende App“ für die Echtzeit-Übersetzung kostenlos herunterladen.

Sehr gut soll diese App zum live-Gespräche (akustisch/schriftlich) sein: SayHi Übersetzen: Sprachübersetzung für iOS und Android. Sehr gute Übersetzungen gibt es auch bei https://www.deepl.com/translator.

Die Dolmetsch-Nothilfe unterstützt bei akutem Übersetzungsbedarf im medizinischen Bereich.

Ukraine-Dolmetscher bieten kostenlose Telefon-Übersetzung auf Deutsch-Russisch/Ukrainisch/Englisch an.

Schule und Kita

Die wichtigsten Informationen hierzu bekommen Sie auf den städtischen Websites (siehe FAQs).

Kinder, die bis zum 1.7.22 sechs Jahr alt geworden sind (Stichtagsregelung) sind in HH schulpflichtig. Eine Vorschul- oder Kita-Pflicht gibt es nicht.

Kinder der ersten und zweiten Klassen werden in der Regel direkt in die deutschsprachigen Klassen aufgenommen. Ältere Kinder kommen in eine sog. IVK-Klasse (Internationale Vorbereitungsklasse), in der sie zunächst die deutsche Sprache erlernen.

Eltern und Sorgeberechtigte können ihre Kinder entweder direkt in den Schulen oder im Schulinformationszentrum (SIZ) anmelden – eine Anmeldung ist laut Schulbehörde auch per Mail an schulinformationszentrum@bsb.hamburg.de möglich. Informationen gibt es über das Generalkonsulat der Ukraine in Hamburg und auf der Internetseite www.hamburg.de/ukraine der Stadt.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband HH hat ein online-Portal für freie Kita-Plätze eingerichtet. Diese sollten aber erst in Anspruch genommen werden, wenn einigermaßen sicher ist, dass die Kinder für einen längeren Zeitraum in der Nähe wohnen werden. Freie Plätze in Kitas für geflüchtete Kinder (padlet.com)

Es werden ukrainische Lehrer:innen gesucht, hierfür sind Nachweise über die pädagogische Qualifikation und auch ein Führungszeugnis nötig.

Arbeitsmarktzugang

Geflüchtete aus der Ukraine sollen ab 1. Juni 2022 anerkannten Asylbewerber:innen gleichgestellt werden und können dann direkt nach Erteilung der Aufenthaltserlaubnis eine Arbeit aufnehmen oder Leistungen nach SGB II beziehen. Anträge auf Leistungen ab diesem Zeitpunkt können bereits jetzt gestellt werden. Das Jobcenter stellt eine Übersicht zu Leistungen nach AsylbLG (aktuell) und ALG II (ab 1. Juni 2022), ein Online-Antrags-Tool sowie ein Informationsblatt zu ALG II auf Ukrainisch zur Verfügung. Die Anträge können bereits jetzt gestellt werden.

Das Hamburg Welcome Center hat eine eigene Task Force, die Menschen auf dem Weg in Arbeit oder Ausbildung unterstützen soll. Es werden auch Online-Veranstaltungen auf Deutsch, Russisch und Ukrainisch angeboten.

Bei der Diakonie (ZAA) erhalten Geflüchtete Beratung bei der Anerkennung beruflicher Abschlüsse und die Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten e.V. berät beim Arbeitsmarktzugang. Auch die Arbeitsagentur und das IQ-Netzwerk stellen gebündelte Informationen zum Thema zur Verfügung. Für Hamburg verzeichnen die Jobplattformen UATalents und Jobaidukraine inzwischen Stellenangebote. Unternehmen, die helfen wollen und Schutzsuchende, die eine Stelle suchen, können sich hier registrieren. Für ukrainische Studierende und Doktorand:innen hat UHHhilft Ukraine FAQ erstellt. Die größte Jobbörse speziell für Geflüchtete ist Workeer.

Umgang mit Traumata

Gemeinsam mit dem Koordinierenden Zentrum für traumatisierte Geflüchtete (centra) des UKE vermittelt die Flüchtlingsambulanz des UKE Geflüchteten Therapieplätze in Praxen und anderen Einrichtungen der psychotherapeutischen und psychiatrischen Regelversorgung. In Einzelfällen werden die traumatisierten Geflüchteten aus der Ukraine auch direkt in den beiden Einrichtungen des UKE behandelt.

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat für Flüchtlingseltern einen Ratgeber herausgegeben, der erklärt, wie sie richtig auf ihre traumatisierten Kinder reagieren können. Dieser Ratgeber ist als Webseite verfügbar: www.elternratgeber-fluechtlinge.de oder www.parent-refugees.de. Er ist auch in das Ukrainische und Russische übersetzt sowie auf Deutsch, Englisch, Arabisch, Kurdisch und Persisch zu lesen.

Die internationale Plattform IPSO Care bietet traumaspezifische Beratung an – auf Dari/Farsi/Pashto, Arabisch, Englisch, Krio, Russisch, Ukrainisch, Tigrynia, Französisch, Italienisch, Türkisch, Somali und Deutsch.

Mit Hilfe einer Spendenaktion ist es gelungen, ein Trauma – Bilderbuch in ukrainischer Sprache für die Arbeit mit geflüchteten Familien als Printversion zur Verfügung zu stellen. Sollten Sie für Ihre Tätigkeit Exemplare benötigen, können Sie diese kostenfrei anfordern: https://www.kenschoenfelder.de/trauma-bilderbuch/ Das Trauma- Bilderbuch ist zudem in insgesamt 15 Sprachen auf der Website der Autorin frei als PDF verfügbar: https://www.susannestein.de/trauma-bilderbuch/

Telefonische Beratung im Bereich Psychotherapie und soziale Beratung für Geflüchtete bietet das Zentrum Überleben. Sprechstunde ist Montag, 13:30-15:00 Uhr und Dienstag bis Freitag, 11:00-12:30 Uhr.
Tel: (030) 303 906-512, E-Mail:
ukraine@ueberleben.org Anfragen können gegenwärtig auf Deutsch und Englisch entgegengenommen werden.

Auch haupt- und ehrenamtlich Engagierte erhalten telefonische Beratung zur Selbstfürsorge und zum traumsensiblen Arbeiten. Sprechstunde ist Montag, 13:30-15:00 Uhr und Dienstag bis Freitag, 11:00-12:30 Uhr. Tel: 030/303 906-512, E-Mail: ukraine@ueberleben.org

Telefonseelsorge

Menschen, die Gesprächsbedarf haben und seelische Unterstützung benötigen, können sich an Telefonseelsorge-Stellen wenden. Siehe dazu eine umfangreiche Liste unten.