Informationen für Wohnungsanbieter

Liebe Gastgeber:innen,

Sie haben sich entschlossen, in Ihr Zuhause aus dem Krieg in der Ukraine vertriebene Menschen aufzunehmen. Das ist ausgesprochen großzügig und eine großartige Geste der Humanität!

Damit Sie und Ihre Gäste gut durch diese Zeit kommen, möchten wir Ihnen einige Hinweise und Anregungen mit an die Hand geben.

1. Ansprechpartner:in

Wir benötigen die Kontaktdaten (Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse) von einer Ansprechpartner:in für die Kommunikation während der Unterbringung. Über diesen Kontakt halten wir Sie auf dem Laufenden über wichtige Veränderungen oder Angebote. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wenn Sie Fragen haben.

2. Schutz der Geflüchteten vor jeglicher Gewalt

Wir orientieren uns in unserem Verfahren an guter Praxis in Mentorprojekten mit Kindern. Daher benötigen wir vor Aufnahme der Geflüchteten eine Liste aller im Haushalt lebenden erwachsenen Personen. Wenn geflüchtete Kinder mit aufgenommen werden, bitten wir alle im Haushalt lebenden Erwachsenen um einen Identitätsnachweis (ID Nummer Personalausweis/Reisepass). Darüber hinaus bitten wir Sie, ein polizeiliches Führungszeugnis zu beantragen.  Bitte schreiben Sie eine E-Mail an „ihr“ Kundenzentrum mit der Bitte um Zusendung eines Antrages (diese unterscheiden sich jeweils in der Kontonummer). Hier eine Übersicht, über die Kundenzentren: https://www.hamburg.de/contentblob/12102036/64b4f10fc8607bb56f85e4eb18015044/data/ed-sprechzeiten-und-anschriften-kuz.pdf Bitte schicken Sie uns per E-Mail eine Kopie des Antrags und das Führungszeugnis, sobald es Ihnen vorliegt, an: gastgeber-innen@bhfi.de. Die Kosten von je 13 Euro erstatten wir Ihnen gern. (Kontakt ebenso an: gastgeber-innen@bhfi.de).

3. Registrierung der Geflüchteten

Personen, die eine private Unterkunft haben, werden nicht nach dem Königssteiner Schlüssel in andere Bundesländer geschickt. Zur Registrierung in HH melden sie sich bitte im Amt für Migration, Hammer Straße 32-34. Die entsprechenden Hinweise zur Terminbuchung und den Formularen finden Sie hier: https://www.hamburg.de/ukraine/pressemitteilungen/15996760/2022-03-17-bis-terminvergabe-zur-registrierung/

Unter folgendem Link hat die Stadt einige weitere hilfreiche Informationen und Antworten auf Fragen zusammengestellt:  https://www.hamburg.de/faq-fuer-fluechtlinge/

4. Corona

Viele der Schutzsuchenden sind noch nicht geimpft. Im Vermittlungsgespräch werden wir Sie fragen, ob Sie auch Ungeimpfte aufnehmen möchten. Alle Ankommenden können sich in Hamburg kostenlos impfen lassen.
Wir bemühen uns, dass Ihre Gäste, bevor Sie zu Ihnen gekommen, negativ auf das Coronavirus getestet sind.

5. Dauer des Aufenthalts

Sollten Sie von vornherein wissen, dass Ihr Angebot zeitlich limitiert ist, bitten wir Sie, dies im Vermittlungsgespräch anzugeben und offen mit Ihren Gästen zu besprechen.

6. Finanzielle Starthilfe

Dass Sie ihre Wohnung für Geflüchtete öffnen, bedeutet nicht, dass Sie auch für alle Ausgaben der Gäste aufkommen müssen. Die Schutzsuchenden haben Anspruch auf staatliche Leistungen. Bis diese nach ihrer Registrierung bewilligt sind und ausgezahlt werden, wird es vermutlich etwas dauern.

Sollten Ihre Gäste vor der Registrierung/dem Antrag auf Sozialleistungen völlig mittellos sein, gibt es Unterstützungsmöglichkeiten. Wir verfügen über einen Spendentopf, aus dem wir Ihren Gästen ein Taschengeld zur Verfügung stellen können. Bitte melden Sie sich unter wohnpatenschaften@buergerstiftung-hamburg.de.

Die gemeinnützige Wellcome GgmbH unterstützt Familien mit Kindern mit Einkaufsgutscheinen für Lebensmittel (div. Discounter) Drogeriemärkte und Kinderkleidung. Die Höhe des Betrags richtet sich nach Anzahl und Alter der Kinder bzw. bei Lebensmittel nach Personen im Haushalt und orientiert sich an den Ausgaben für einen Monat. Bitte wenden Sie sich nicht direkt an wellcome, sondern melden Sie den Bedarf bei uns an. Wir haben mit wellcome verabredet, dass Gastgeber:innen, die über das BHFI vermittelt wurden, dann sehr zügig mit Einkaufsgutscheinen ausgestattet werden.

7. Austausch und Beratung für Gastgeber:innen

Wir richten regelmäßig (digitale) Austausch- und Informationstreffen für Gastgeber:innen aus. Hier werden Sie in regelmäßigen Abständen Fragen stellen, sich mit anderen austauschen und beraten können. Das nächste Treffen findet am 19.4. um 18.00 Uhr statt. Wir schicken Ihnen rechtzeitig den Einladungslink zu.

8. Geflüchtete in Ihrem Zuhause

Die Menschen, die zu uns kommen, sind sicher sehr verschieden und daher kann es keine Patentrezepte für das Zusammenleben geben.

Aber diese Menschen haben traumatische Erfahrungen gemacht. Daher regen wir an, dass Sie Ihre Gäste in den ersten Tagen nicht überfordern. Es ist völlig in Ordnung, wenn diese sich erst einmal zurückziehen. Gespräche über ihre Erfahrungen oder auch ihr bisheriges Leben sollten Sie nur führen, wenn Ihre Gäste dies wollen. Die meisten von Ihren Gästen werden – so wie wir alle ja auch – die große Hoffnung haben, bald in ihre Heimat zurückzukehren. Der Gedanke, dass sie ggf. länger in Deutschland/Hamburg bleiben, wird ihnen noch sehr fern sein. Daher sind sofortige Integrationsbemühungen wie „Deutsch lernen“ oder „Hamburg kennenlernen“ vermutlich noch mit Zurückhaltung zu behandeln.

Vermutlich haben Sie in Ihrem Haushalt gewisse Spielregeln wie Essgewohnheiten, digitale Zeiten, Umgangsformen etc. Insbesondere wenn Sie Familien aufnehmen, überlassen Sie die Erziehung der Kinder wenn möglich den Erziehungsberechtigten. Auch hier vertrauen wir auf Ihr Gespür dafür, was den Menschen in dieser Situation guttut.

Sie als Gastgeber bestimmen die Länge des Aufenthaltes ihrer Gäste. Bitte setzen Sie sich rechtzeitig vor Ende Ihrer Gastgeberschaft mit uns in Verbindung. Wenn sich keine private Folgeunterbringung/Mietwohnung findet, ist von da an die Stadt für die Unterbringung zuständig.

Und eines noch: Freuen Sie sich über Dankbarkeit Ihrer Gäste – aber erwarten sie sie nicht.

Wir freuen uns, dass Sie dabei sind und in dieser für die Ukrainer:innen und auch für uns so belastenden Zeit helfen, wo Sie helfen können!

Ihre Freiwilligen des
Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen (BHFI)
und der
BürgerStiftung Hamburg