Informationen für Gastgeber:innen

Zusammenleben gestalten

Beim Zusammenleben tauchen viele Fragen auf: Wie wohnen wir nun zusammen? Als WG? Essen wir getrennt oder zusammen? Wer übernimmt welche Aufgaben? Bedenken Sie dabei immer: Die Machtverhältnisse zwischen Ihnen und Ihren Gästen sind in dieser speziellen Situation nicht ausgeglichen und wirken in Alltagssituationen mit rein.

Im Zusammenleben können auch unterschiedliche Einstellungen und Ansichten zum Teil konträr und konfliktreich sein, beispielsweise, wenn es um die Kindererziehung oder auch die Haltung zum Krieg in der Ukraine geht.

Wichtig ist, dass es Rückzugsmöglichkeiten gibt, für Sie als Gastgeber:in als auch für die Gäste. Auch Austauschmöglichkeiten für Sie und ihre Gäste bringen Entlastung.

Beobachten Sie aufmerksam, was ihre Gäste aber auch Sie gerade brauchen und bieten Sie Gelegenheiten an, sich darüber zu verständigen.

Wohnen

Sie haben Ihre Gäste für einen begrenzten Zeitraum aufgenommen und fragen sich, was danach passiert. Wie Sie vermutlich wissen, ist der Wohnungsmarkt in HH sehr angespannt. Deshalb wird es für Ihre Gäste, wie für alle anderen auch, sehr schwierig sein, eine Mietwohnung zu finden.

Melden Sie sich gern bei uns, wenn der Aufenthalt zu Ende geht. Ggf. können wir eine private Anschlussunterbringung organisieren.

Die Aufnahme- und Vermittlungsstelle (AVS) des städtischen Sozialunternehmens Fördern & Wohnen hilft, eine geeignete Unterkunft zu identifizieren. Dort werden die Unterlagen geprüft, und es kann sofort ein Platz vermittelt werden. Individuelle Bedarfe, wie Familienkonstellationen oder Unterstützungsbedarfe, werden dabei berücksichtigt.

Die Anlaufstelle ist in der Straße Grüner Deich 21 in Hammerbrook, zu erreichen und montags bis freitags von 8:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.

Dieses Beratungsangebot richtet sich speziell an schutzsuchende Ukrainer:innen, die in der Hammerstraße registriert wurden, in Hamburg vorübergehend in privatem Wohnraum untergekommen waren und aktuell Unterbringungsbedarf haben.

Die Initiative „Zusammenleben willkommen“ vermittelt Zimmer an geflüchtete Menschen. Diese sollten mindestens zwölf Monate zur Verfügung stehen.

Das tubman.network ist ein Bündnis Schwarzer Organisationen und Verbündeter und hat schon Tausenden Geflüchteten aus der Ukraine Unterkünfte vermittelt.

Wunderflats bringt Vermieterinnen und Vermieter mit Geflüchteten aus der Ukraine zusammen und vermittelt Wohnraum längerfristig.

Kostenlose Unterkünfte vermittelt auch Immobilienscout24 über ein einfaches Formular.

Finanzielle Unterstützung der Gastgeber:innen

Wenn Sie Menschen zu Besuch in ihre Wohnung aufnehmen, bekommen Sie dafür generell keine finanzielle Unterstützung. Liegt ein Untermietvertrag vor, der die anfallenden Kosten angemessen abbildet, können diese beim Bezirksamt geltend gemacht werden. Für die Bewilligung nach dem AsylbewerberLeistungsGesetz kann ein handschriftlich beschrieben und unterschriebenes Blatt mit folgendem Inhalt ausreichen:

Untermietvertrag
Für die Zeit vom … bis … kann Frau X einen Teil der Wohnung in der [Adresse] nutzen, wohnt hier und zahlt dafür X Euro monatlich an Frau und Herrn Y.“ D

Mietrecht – Überlassung einer Mietwohnung

Nach dem Ablauf von 6-8 Wochen muss man seinen Vermieter informieren, wenn man Menschen, die nicht im Mietvertrag stehen, in der Wohnung  hat. Bis dahin gilt es als Besuch. Wenn in dieser Zeit Schäden an der Mietwohnung entstehen würden, haftet hierfür der Mieter. Allerdings bieten viele Haftpflichtversicherungen kostenlos eine Erweiterung der Versicherung an. Einem Untermietverhältnis muss der Vermieter schriftlich zustimmen.

Austausch und Netzwerke

Wir schlagen vor, dass Hamburger Gastgeber:innen, die das für hilfreich erachten, sich in einer WhatsApp-Gruppe vernetzen, um sich auch auf kurzem Wege austauschen zu können. Bitte schicken Sie uns Ihre Mobilnummer an wohnpatenschaften@buergerstiftung-hamburg.de, dann nehmen wir Sie gern in die Gruppe auf.

Außerdem bieten wir als BHFI und BürgerStiftung Hamburg an, dass Sie sich mit Fragen an wohnpatenschaften@buergerstiftung-hamburg.de wenden können. Wir versuchen, Ihre Fragen dann zügig zu beantworten. Wir bitten Sie allerdings, zunächst die fachspezifischen Seiten im Netz (siehe auch die Liste am Ende dieses Dokuments) zu befragen.

Der Ukrainische Hilfsstab ist die Institution in Hamburg, die verschiedenste Angebote/Beratung etc. für Ukrainer:innen in Hamburg anbietet. Hilfe für Ukraine – Ukrainischer Hilfsstab (hilfe-ua.de)

Er bietet ein kostenloses Call-Center für Schutzsuchende an, das rund um die Uhr besetzt ist.
Aus der Ukraine: 0800 504 562  Aus der EU: 00800 38 38 38 00

Patenschaften für Geflüchtete

Keiner erwartet, dass Sie alle Behördengänge begleiten, alle Fragen beantworten oder sonst eine Rundumbegleitung Ihrer Gäste leisten können. Manchmal ist es eine gute Idee, sich Mitstreiter:innen (Freunde/Nachbarn etc.) zu suchen. Außerdem gibt es viele Menschen, die sich an uns gewandt haben und angeboten haben zu helfen. Sollten Sie einen konkreten Bedarf haben, wenden Sie sich bitte an wohnpatenschaften@buergerstiftung-hamburg.de.

Die Freiwilligen-Agentur richtet einen Slack-Channel als Austausch- und Informationsplattform ein, auf der Gastgebende sich (ähnlich wie bei WhatsApp, nur in themenbezogenen Foren) mit anderen austauschen können.